Dysplasiesprechstunde

Eine Dysplasiesprechstunde ist eine Spezialsprechstunde zur Erkennung von Krebsvorstufen der weiblichen Genitalien, das heißt der Vulva, der Vagina und des Gebärmutterhalses.

Am Muttermund z.B. werden diese Strukturverluste als Zervikale intraepitheliale Neoplasie (cervical intraepithelial neoplasia - CIN) bezeichnet und werden in verschiedene Grade eingeteilt:

  • CIN I - leichte Veränderungen
  • CIN II - mittelgradige Veränderungen
  • CIN III - schwere Zellveränderungen

Als Hauptursache der Dysplasie gilt die Infektion mit bestimmten Typen der Humanen Papillomaviren (HPV). Diese Infektion ist verantwortlich für Zellveränderungen der Schleimhäute u.a. an Anus, Vulva, Vagina, Zervix und Penis. Außerdem verursachen einige Subtypen des HPV Genitalwarzen, sogenannte Kondylome.
Das hört sich erst einmal beunruhigend an, aber in den allermeisten Fällen bekämpft das körpereigene Immunsystem die Viren wieder. Erst wenn das Virus aktiv bestehen bleibt und nicht vom Körper selbst bekämpft werden kann, besteht die Gefahr an dieser Stelle an Krebs zu erkranken. Regulär ist das ein Prozess über mehrere Jahre.

©rh2010/stock.adobe.com

Ablauf der Sprechstunde

1. Aufklärung

In unserer Spezialsprechstunde erklären wir Ihnen zu aller erst, was der Abstrich und eine eventuelle HPV Infektion für Sie persönlich bedeuten. Denn es gibt mehrere Abstufungen der PAP-Abstriche und viele verschiedene Formen der HPV Infektion, die wir Ihnen gerne näher erläutern.

2. Differentialkolposkopie

Eine Kolposkopie ist die Betrachtung der weiblichen Genitalien, das heißt der Vulva, der Vagina und des Gebärmutterhalses mit einem Mikroskop. Dies findet im Rahmen der normalen gynäkologischen Untersuchung statt, wie Sie sie bereits kennen und ist völlig schmerzlos. Während der Untersuchung tragen wir medizinischen Essig auf den Muttermund auf und können somit Veränderungen (Dysplasie) darstellen. Dieser Untersuchungsschritt kann bei manchen Patientinnen zu einem leichten Brennen führen, welches binnen Minuten wieder verschwindet.

Als letzten Schritt der Untersuchung werden in den meisten Fällen noch Proben entnommen. Diese Proben sind wenige Millimeter groß und können genauestens untersucht werden. Allenfalls verspüren Sie hierbei nur ein kleines Zwicken, eine lokale Betäubung ist nicht notwendig.

3. Diagnose

Als letztes besprechen wir mit Ihnen das Untersuchungsergebnis und planen das weitere Vorgehen. Denn nicht jede Auffälligkeit muss operiert werden. „So wenig wie möglich, aber soviel wie nötig“ beschreibt am besten unser Konzept des individuellen Vorgehens. Neben den Befunden (das Ergebnis der Gewebeprobe dauert ca. 10-14 Tage) fließen auch Ihr Alter, Ihre Familienplanung, eventuelle Risikofaktoren und vieles mehr in die Entscheidung für Ihren Behandlungsplan ein. Sprechen Sie all Ihre Ängste, Wünsche und Bedürfnisse gerne offen an, damit wir sie individuell und einfühlsam beraten können, denn nur mit Ihnen kommen wir zu dem besten medizinischen Ergebnis.

4. Therapie

Wenn der Entschluss zu einer Operation gefasst wird, kann der Befund gezielt und schonend durch die Anwendung modernster Methoden, wie Laser und Hochfrequenzschlinge unter mikroskopischer Sicht entfernt werden. Der Eingriff wird ambulant durchgeführt. In etwa 90% aller Fälle werden die vorliegenden Veränderungen also durch kleine, ambulante Maßnahmen komplett entfernt.

Termine

Hier finden Sie unsere Kontaktdaten, Öffnungszeiten sowie Hinweise zur Terminvereinbarung.

©istock.com/knape

Downloads

Hier können Sie unsere Formulare einsehen und herunterladen.

©Bacho Foto/stock.adobe.com

Operation

Hier erhalten Sie nähere Informationen zu der ambulanten Operationen.

©sepy/stock.adobe.com